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la cité dolente

Das Buch

Laure Gauthier, La cité dolente,
Verlag Châtelet-Voltaire, 2015.

Der Titel ist dem Eingangsvers von Gesang III aus Dantes Inferno entliehen (Tor und Vorhof zur Hölle): „Per me si va nella città dolente“ / „Durch mich geht man hinein zur Stadt der Schmerzen“.

Der Plot ist auf ein Minimum reduziert – ein alter Mann, ein ehemaliger Opernsänger, zieht sich aus freien Stücken in ein Altersheim in einem fremden Land zurück. Um den Bildern der Stadt zu entfliehen, lebt er zurückgezogen und versucht den Sinn seiner Biographie zwischen den Bildern seiner Vergangenheit und denen des Todes, den er gedanklich vorwegnimmt, freizulegen. Der Text besteht aus acht Gesängen, in denen die Figur seine Verzweiflung gegenüber der Welt, die er hinter verschlossenen Fenster, im Speisesaal oder auf einem der Gänge des Pflegeheims beobachtet, zum Ausdruck bringt. Die Grenzen der Sprache sind auch die der Vernunft. Aber die Wucht der Medien, Sensationsfotos, Geschichten von gefolterten Kindern bedrohen die Abschottung des „Gefangenen“, der sich selbst eingeliefert hat. Er erreicht am Ende die Tore der Stadt der Schmerzen, von der man nicht weiß, ob es sich um die von außen wahrgenommene Stadt, in die er vielleicht zurückfindet, handelt oder um das Pflegeheim. So erhält „dolente“ einen doppelten Bezug – zum Schmerz und zur Trägheit.

LIEN

Buchbesprechungen

Le 21 novembre 2016, note de Dominique Boudou pour dominique-boudou.blogspot.com

Extrait :

„En sept chants augmentés d’un huitième intitulé L’avant dernier chant, Laure Gauthier exprime sans concession la matière de sa lucidité insécure. En deçà et au-delà des corps travaillés par l’humus et la chimie Haribo qui corrompt les chairs enfantines…

La langue, réduite à la pâture des faits divers dans les journaux et sur les écrans, n’échappe pas non plus au dépeçage. „La syntaxe se délite“, écrit Laure Gauthier. Celle des mots, des images, et le réel invertébré/décérébré sombre dans le cauchemar concentrationnaire“.

Voir http://dominique-boudou.blogspot.fr

Am 11. Oktober 2015 schreibt Pascal Boulanger auf sitaudis.fr

Auszug :

Diese klare Schreibweise, ohne Schlacken und ohne ein Wort zu viel, verdichtet souverän das Negative, das sich fortan in der knappen und eindrucksvollen Sprache als auch in den Reflexionen niederschlägt. Es gelingt Laure Gauthier meisterhaft, Themen zu formulieren (gesellschaftliche und intime Körper, Sein und Nichtsein), die die mutlose Dichtung verdeckt. Schreiben bedeutet für sie die Tat-Beobachtung, das Hinausspringen aus der Totschlägerreihe (Kafka) und über den Blick des Exilanten dringen das Rumoren und die Schwächen der Gesellschaftsstruktur zu uns. Diese ist nur ein Collage- und Wiederholungsverfahren, mit der sich der festklebende Gedankengang abfindet. Nun, ein Seufzer inmitten der Stille, etwas Unsagbares gleitet ab in die Sensationsmeldung: das Symptom des Bösen selbst und der verdeckten Feindschaften, die im Geschichtentrichter ertönen:

Man hat mir einen Geschichtentrichter aufgesetzt, sie haben mich gezwungen, den Albtraum in mich aufzunehmen, ich höre nichts als das Laufen der Waschmaschine. Kaum zu glauben, dass es die ersten Umdrehungen überlebt hat. Wohin soll ich laufen? Kaum zu glauben, dass es uns durch das Sichtfenster angesehen hat, der Entwickler der Maschine kann an diese Verwendungsmöglichkeit nicht gedacht haben, kaum zu glauben, dass ich spreche und dass das Waschwasser sein letztes Wort erstickt hat.

LIEN

Thibault Comte, « La fraîcheur d’un souffle. A partir de la Cité dolente de Laure Gauthier » (Ein frischer Wind. Über Cité dolente von Laure Gauthier), in : Revue Regain, 8. Oktober 2015

Auszug :

In La cité dolente wird die Sprache durch die Katastrophe gequält, niedergebeugt, verwundet: „So als ob der Tod an die Oberfläche der Haut steigen würde.“ Der Tod steigt an die Oberfläche der Haut der Seite, in den Körper der Sprache selbst, das Leiden wird sichtbar und hängt an der Seite wie an seiner Wahrheit. Aber, und dies ist eines der Geheimnisse des Textes, dieser Tod, der an die Oberfläche gestiegen ist und jegliche Kommunikation zerstören und verhindern sollte, macht die Sprache erst möglich. Der Tod, der an die Oberfläche gestiegen ist, überträgt seine Spannung auf die Sprache, auf die Seite selbst, bleibt jedoch notwendig und ermöglicht die Literatur. Die Sprache ist nicht mehr die einer Auseinander-Setzung, sondern die Verbindung von Klang und Sinn, von Anmut und Stil, von Lebendigkeit und Ekstase. Diese wiedergefundene Sprache ist ein göttlicher Hauch, der uns den frischen Wind spüren lässt. „Eine poröse Sprache allerdings, durchbrochen von zahlreichen Löchern, durch die der Zeitgeist und der frische Wind wehen.“ … Die Lektüre verwickelt uns in eine bildhafte Sprache des Imaginären, in der die Wirklichkeit keinen Platz mehr hat und wir aufgefordert sind, zu träumen und uns auf die dichte Spur der Wörter zu begeben. Es ist an uns, uns zu den anderen und zu den Wörtern zu gesellen, „Enteignet. Frei“ zu sein, eins zu werden mit dieser unvorstellbaren Welt, deren Bild wir dennoch empfangen, durch das Prisma einer sanften Gewalt – einer gewaltsamen Sanftmut. Und wenn die Sprache, der Textkörper, so fragil ist, dann deshalb, weil die Hoffnung des Tages in der Schreibweise der Nacht schweigend ruht in der Wortfalte, im Satzkleid, in der Seitenhaut.

Von meinem Fenster aus, fast nichts, kann ich die bittere Rinde der Erinnerung berühren. Ich möchte sterben vor meinem Dach. In einem Haus aus Steinen, erleben, wie ihr langes Leben zu Ende geht.

LIEN

Laurent Cassagnau, « La cité dolente », Revue Europe (Jahrgang 93, Nr. 1038, Oktober 2015), S. 318-320

Auszug :

Laure Gauthier vertritt anders als Michel Leiris die Position, dass sich ein Schriftsteller mit seinem Werk keineswegs von „einem Stier auf die spitzen Hörner“ nehmen muss, damit er „die eitlen Ballerinenreize“ vermeidet (De la littérature considérée comme tauromachie – Die Literatur als Stierkampf). Einem Stier wäre es nicht eingefallen, einen Ochsen in eine Waschmaschine zu stecken oder in einen Schrank einzusperren, wenn er denn fähig wäre, einen zu zimmern. In La Cité dolente versetzt der Stier einem Schriftsteller-Torero keine Stöße mit den Hörnern. Wie das fettleibige Kind, in dessen Körper der Vater „einen Hagel von Banderillas treibt, Kakaopulver und Sternplätzchen mit Zuckerguss“, wie das kleine Mädchen, das mit Stricknadelstößen gequält wird, ist er eine gepeinigte „Ballerina“, gefangen in seinem Schweigen. Und Laure Gauthier findet Gefallen daran, von einer Welt zu träumen,, in der es keine Lichtungen, blutgetränkt von Opferstieren und geschändeten Kindern, und keine Waldränder mehr gibt, an denen unvorstellbare Massen von Untoten verbrannt werden: „Den Wald zurückerobern, einen Hain anlegen,/ Und der Stier zieht vorbei in der Ferne, in einem Rauschen der Blätter.“ Aber dieses „Anderswo, frei von Schmerzen“, das sich am Horizont abzeichnet mit einem freien Stier, der verschont wurde, ist eine Gegenvorstellung, ist Beatrice, die als Schrift-Führerin bei der unvermeidbaren Durchquerung der Stadt der Schmerzen fungiert. Der ausschlaggebende Moment, der dem Text ‘den Gnadenstoß versetzt’, in dem Charles Vacquerie sich nicht zwischen Sein und Nichtsein entscheiden kann, hat die Funktion eines Emblems, einer Mise en abyme der untergründigen Bewegung des Textes. Sein oder Nichtsein in der Stadt der Schmerzen. Doch nun, am Ende der Reise, die Charles Vacquerie [Anmerkung: Vacquerie war der Schwiegersohn von Victor Hugo, der seiner Frau, Hugos ertrunkener Tochter Léopoldine in den Tod folgte.] aus den Tiefen des Leids der geliebten Frau geführt hat („Ich, Karpfen, in deinem Wesen Schlamm“), bis zu seiner Entscheidung, die zu verlassen, zeigt es sich, dass man sich erneut der Stadt der Schmerzen stellen muss. Erst zu diesem Preis wird ein „letzter Gesang“, möglich, der seines Endes, den wir nicht mehr hören.

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Luigia Sorrentino, « la città dolente », 27 septembre 2015

Siehe

Bonifacio Vicenzi, « il disagio di vivere nell’opera di Laure Gauthier » sur le blog « Su il Sogno di Orez »

Auszug :

“ Avec la Cité dolente l’auteur s’est amusé à mêler les genres littéraires en inventant un langage musical imprégné de l’essence typique de l’art. Poésie, prose, musique et peinture contaminent son écriture et ce qui en ressort à la fin a beaucoup à voir avec les vibrations d’une âme (celle de l’auteur) qui lutte et vit son quotidien avec toutes ses contradictions, ses peurs dans l’énorme mystère d’une vie, que nous traversons en parfaits étrangers“, traduit de l’italien.

Siehe

Claire Tencin, « A l’Or des minuscules » (Das Gold der kleinen Wörter, Juni 2015, für die Website ardemment.com

Auszug :

Die sieben Gesänge de la Cité Dolente zeichnen die Kartografie von zerstückelten, verstümmelten Körpern, konserviert im Formalin eines durchsichtigen Schweigens. Die Gewalt ist dem Leben eingeschrieben, die Hoffnung hält sich schadlos an den vergeblichen Gesten des Humors.
Bald wird man mehr Kiefern und Eichen für die Särge pflanzen müssen XXL. Kaum zu glauben, dass man gegen Gänseleberpastete demonstriert.
Laure Gauthier handhabt ihre Lexik mit Fingerspitzengefühl oder zulangend, die Hand und ihre Kohorte an Wörtern unterstreichen ununterbrochen die Gestik der Sprache, die verbirgt und freilegt. Befleckte Hände, verzweifelt entgegengestreckte Hände, gefesselte Hände, Schablonenhände rot auf der Haut, die Hand im Mund, um die Fäden des Kalbfleischs zu fassen. Hände wie die Prolegomena einer totengräberischen Begierde.

PDF

Über das Buch :

Kommentar von Laure Gauthier zu La cité dolente für den literarischen Blog von Luigia Sorrentino (auf Italienisch erschienen) :

La Cité dolente ist ein extremer Text. Doch ich nehme die Welt als eine Welt wahr, die die antipoetischen Tendenzen ins Extreme treibt. Die gewalttätigen Übergriffe, unter denen schon Kaspar Hauser und Woyzeck litten, haben sich aufgebläht wie Ballons und zu Karikaturen verzerrt, so extrem und tragikomisch sind sie, Symptome des Aufgeblähtseins, die ich in meiner Dichtung zum Platzen bringen möchte. Die Bedrohung hat ihre Verfahrenswege geändert und die kämpfende Stimme hat einen neuen Klang.
Meine ganz unterschiedlichen Texte, marie weiss rot / marie blanc rouge (Delatour, 2013), La cité dolente (Chatelet-Voltaire, 2015) oder kaspar de pierre (erscheint 2016 bei La lettre volée,) zeigen Bilder vom der Grablegung des Poetischen und dem Auslöschen der Stimme. Allerdings bricht wie auf den Gemälden von Pierre Soulages unter dem Schwarz das Licht hervor. In Cité dolente besteht die Hölle dort, wo der Mensch unter Zuckerguss und substanzlosen Bildern begraben ist. Es sind dies stereotype Bilder von Seerosen, ohne Wurzeln, die das Innerste preisgeben. Oder es sind Sensationsmeldungen und Schlagzeilen, die der Leser schaudern genießt, wie zu der Zeit, als noch öffentlich gerädert wurde, diese allgegenwärtigen Sensationsmeldungen, die die Syntax zu Superlativen gefrieren lässt.
In La cité dolente gibt es so etwas wie einen Anstoß, ähnlich dem Aufbruch des Erzählers im Dekameron, der vor der Pest flieht. Der Plot des Textes, der sich zwischen Prosa und Poesie bewegt, ist auf ein Minimum reduziert – ein alter Mann, ein ehemaliger Opernsänger, zieht sich aus freien Stücken in ein Altersheim in einem fremden Land zurück. Der Text besteht aus acht Gesängen, in denen die Figur seine Verzweiflung gegenüber der Welt, die er hinter verschlossenen Fenster, im Speisesaal oder auf einem der Gänge des Pflegeheims beobachtet, zum Ausdruck bringt. Um den Bildern der Stadt zu entfliehen, lebt er zurückgezogen und versucht den Sinn seiner Biographie zwischen den Bildern seiner Vergangenheit und denen des Todes, den er gedanklich vorwegnimmt, freizulegen. Die Grenzen der Sprache sind auch die der Vernunft. Aber die Wucht der Medien, Sensationsfotos, Geschichten von gefolterten Kindern bedrohen die Abschottung des „Gefangenen“, der sich selbst eingeliefert hat.
Man wandelt nicht verzaubert von einem Gesang zum nächsten, vielmehr konfrontiert uns der prosaische Faden mit dem Thema der Verzweiflung selbst. Die Aufgabe des Lesers ist es, den Schlamm in Gold zu verwandeln und das Licht unter dem prosaischen Schwarz durchscheinen zu lassen. Ich bin definitiv gegen eine Poesie für den GEDICHTBAND. Ich verfasse diesen Text wie alle meine Texte in der Auseinandersetzung mit dem Prosaischen. Die poetische Stimme ist stets deutlich vernehmbar. Es gibt folglich keine poetischen Wörter durchgehend auf ein oder zwei Seiten, kein sprachliches Perlencollier. Stattdessen taucht als Kontrapunkt inmitten des Entsetzens oder des Schlamms der Zauber verzückter Augenblicke auf, die Erinnerung an eine Berührung etwa.
Die innere Stimme des anonymen Erzählers wird durch die Gefahren der Schlagzeilen und die Reduktion der Gesellschaft auf Sensationsmeldungen immer wieder bedroht in seinem Atem, seiner Syntax und seiner Typografie. Der Titel ist dem Eingangsvers von Gesang III aus Dantes Inferno entliehen (Tor und Vorhof der Hölle): „Per me si va nella città dolente“ / „Durch mich geht man hinein zur Stadt der Schmerzen“. Ich habe den Sturz in die Höllenkreise poetisch umgearbeitet. Jeder Gesang ist als eigenständiger Kreis mit seinen semantischen, rhythmischen und metaphorischen Netzen konzipiert, die sich drehen, durchdringen und sich fortpflanzen wie musikalische Sequenzen. Doch jeder Zirkelgesang verweist auf andere und der letzte auf den ersten. So stürzt man in die Tiefe, ohne zu wissen, ob man in die Dunkelheit oder ins Licht fällt. Man verharrt auf der Schwelle. Einer Infer-nierung. Man bleibt stehen auf dem Haltepunkt zwischen Äußerem und Innerem. Es gibt weder Hölle noch Paradies, nur eine ewige Schwelle. Im V. Gesang wird ein einziges Mal der Gesang III zitiert. An dieser Stelle dringen die erfundenen oder poetisch überarbeiteten Sensationsmeldungen in die Seite und in den Geist ein und verkünden das Ende des lyrischen Ichs wie auch seine Begegnung mit misshandelten Unbekannten, nicht mit den großen Namen der Mythologie und der Geschichte.
Auch wenn sich dieser Dialogtext auf eine mehr oder weniger untergründige Art und Weise auf die italienische Literatur, auf Boccaccio und Dante bezieht, reflektiert er vor allem die menschliche Natur und die Gewalt vieler Bilder, insbesondere das eindringliche des Toreros, der sich noch einmal dem Stier zukehrt. Im Gegensatz zu Michel Leiris in „La littérature comme tauromachie“ (=Die Literatur als Stierkampf) geht es um die Würde der „Ballerina“, des allerletzten Blicks des Kindes, das in die Waschmaschine gesteckt wurde (noch einmal eine Kreisbewegung der „Infer-nierung“), ein inneres Foto, das nie entwickelt wurde, voller Zuneigung. Es ist eine Poesie der Brüchigkeit, des unvermittelt Animalischen ohne das kriegerische Schauspiel, das vorgab, an den Mythos anzuknüpfen, triumphierend. Eine prosaische Poesie, die unter dem Schwarz die Pracht hervorscheinen lässt. Dazu kommt der Humor, der die Zeichen auf den Kopf stellt und dem Leser in den beklemmendsten Momenten eine Atempause gönnt.

Erschienen auf dem Blog von Luigia Sorrentino

Extraits du chant 5. Traduction en italien sur le blog littéraire de Luigia Sorrentino

EXTRAIT CHANT 5

Puis se relever encore. Vivant de muscle. Encore une vie paupière. Malgré l’être sphincter. Bien plus

VIVANT

Que les insectes,
J’entame ma dernière semaine.
Sept fois plus d’éternité que les papillons.

***

Homme flore, mon vol fragile
Une pesanteur morphine – humus,
Me voilà – ach ! – vous

.

Grouillez. Sous la mousse. Mais,
Homme de câbles, homme sonde, ô,
Mon cri est diagonal, encore ! J’abandonne
Mes souvenirs d’amour, mes images et mes sons
Pour me laisser ensevelir en catimini, loin de mes icônes,
Sous un drap synthétique, même pas blanc.

.

Étrange troc de liquides. Homme nuage,
On m’injecte, je déjecte.
Vies.
Ö personne ne contemplera les images, arrêtées,
Dans ce corps,
Soixante-dix kilos de mémoires. – sans forces, je tente de les
incanter, mes fruits, malmenés dans ce brasier de douleurs
nouvelles,
Je leur donne mon rouge, mon blanc,
Mon brun, moi-bête
Joue encore
Que d’écarts en moi, dernières tranchées, laissez-moi vivre,
reconnaître, regarder au-dedans de l’enveloppe douloureuse à
la matière indéterminée. Et dire que j’étais peau !

.

Et j’aimais à toucher.
Mes doigts plastiques n’ont plus de plaisir à l’acrylique.
J’avais les cheveux de Dürer et je marchais à l’amour sans
craindre le moment linceul,
à l’odeur de lessive rose que l’on mettra sur mon visage dans
quelques tours de cadran
Et puis le bruit du bac
Charon. Semi-liquide. Jaune-brun.
Je ne peux plus descendre plus bas.

.

Propos médicaux. Sybilins.

Ma io perchè venirvi ? o chi ‘l concede ?
Io non Enëa, io non Paulo sono :
Me degno a ciò nè io nè altri crede

La force de l’évanouissement –
Je quitte faiblement le champ,
La caméra part filmer les trous au hasard, je ne vois plus.
Liquide, gazeux, orange, chloré ; moi-bassine,
Soigné aux abois, vois encore, paupières fermées,
En contre bas, implosion grise, la syntaxe se délite,
Les plans arrivent, art grotesque,
Je vais d’alvéole en alvéole.
Sans amertume de vivre.
Je ne rencontre
que mains et sourires.

.

Je quitte le douloureux hospice vers les voix vives.
Que des inconnus – me repeuplent.
Ce ne sont pas des ombres, qui me frôlent inconsistantes, non,
toute ma vie restante, le dernier bonustrack, l’ultime cadeau,
se gonfle le souvenir d’une de tes mains, souvenir baudruche.

.
Chaque sourire esquissé, passé, fait bouger l’aiguille, je ne
Vois pas la goutte rouge qui perle dans cette encore-vie. Tout
mon corps se cabre pour laisser éclore le son des voix qui
recouvre
ma honte incontinente.
Pas de vieilles mains aux paroles bulles, revêches, qui me
consoleraient à demi coeur et
feraient transpirer mes doigts mourants – non, dans cette
absence radicale je sombre dans ces carnations perdues, chaudes

Non
pas ces amas rosés, ces paquets de mains dessinés endentellés,
mains larguillières, sorties de nulle part,
Contorsionnées dans un artifice inintéressant, Fantebasso,
Vinci, et puis soudain Bandinelli. Je dois abandonner le fusain
Dürer, le doigt tendu, la juxtaposition. Vieillard nu
À terre. Et étude de main.
Pourquoi cette postérité ? Je n’expose pas mes lubies.
.
Je tourne les pages intérieures à grand peine, pour aller creuser
au puits de moi, faire remonter la sensation des toi,

.

L’irreprésentable plasticité
D’une main amoureuse,
Le langage sans surtitre
Que l’on apprend alors,

 

Laure Gauthier

CANTO 5 (Estratti)

Poi alzarsi ancora. Vivente di muscolo. Ancora una vita palpebra. Nonostante l’essere sfintere. Molto più

VIVENTE

Degli insetti,
Inizio la mia ultima settimana.
Sette volte più d’eternità delle farfalle.

Uomo flora, il mio volo fragile
Una pesantezza morfina – humus,
Eccomi – ach ! – voi

Brulicate. Sotto il muschio. Ma,
Uomo di cavi, uomo sonda, o,
Il mio grido è diagonale, ancora ! Abbandono
I miei ricordi d’amore, le mie immagini e i miei suoni
Per lasciarmi seppellire di nascosto, lungi dalle mie icone,
Sotto un lenzuolo sintetico, nemmeno bianco.

Strano baratto di liquidi. Uomo nuvola,
Mi iniettano, io deietto.
Vite.
O nessuno contemplerà le immagini, ferme,
In questo corpo,
Settanta chili di memorie. – senza forze, io tento di incantarli, i miei frutti, maltrattati in questo focolaio di dolori novelli,

Dò loro il rosso mio, il bianco mio,
Il marrone mio, io-bestia
gioco ancora
Quanti scarti in me, ultime trincee, lasciatemi vivere,
Riconoscere, guardare dentro il fulcro doloroso dalla materia incerta. E pensare che ero pelle !

E a me piaceva toccare.
Le mie dita plastica non provano più il piacere dell’acrilico.
Avevo i capelli di Dürer e camminavo verso l’amore senza temere il momento sudario,
verso l’odore di bucato rosa che mi verrà messo sul viso fra qualche giro di quadrante
E poi il rumore del traghetto
Caronte. Semiliquido. Giallo-marrone.
Non posso più scendere più giù.

Parole mediche.          Sibilline.

Ma io perché venirvi ? e chi ’l concede ?
Io non Enea, io non Paulo sono :
Me degno a ciò io nè altri crede.

La forza dello svenimento –
Lascio lievemente il campo,
La cinepresa se ne va a filmare i buchi per caso, non vedo più.
Liquido, gassoso, arancio, clorato ; io-bacinella,
Curato alle strette, vedo ancora, palpebre chiuse,
Più in basso, implosione grigia, la sintassi si sgretola,
I piani succedono, arte grottesca,
Vado di alveolo in alveolo.
Senza amarezza di vivere.          Incontro solo
Mani e sorrisi.

Lascio il doloroso ospizio verso le voci vivide.
Solo sconosciuti – mi ripopolano.
Non sono ombre, che mi sfiorano inconsistenti, no, tutta la vita che mi resta, l’ultimo bonustrack, l’ultimo regalo, si gonfia il ricordo di una tua mano, ricordo palloncino.

Ogni sorriso delineato, passato, fa muovere l’ago, non
Vedo la stilla rossa che sgocciola in questa ancora-vita. Tutto il mio corpo si impenna per lasciar sbocciare il suono delle voci che ricopre
la mia vergogna incontinente.
Nessuna vecchia mano dalle parole fumetti, ritrose, che mi consolerebbe a metà cuore e
mi farebbero trasudare le dita morenti – no, in questa assenza radicale naufrago in queste carnazioni perdute, calde

Non
questi mucchi rosei, questi pacchi di mani disegnati a pizzo, mani di stile Largillière venute dal nulla,
Contorte in un artificio poco interessante, Fantebasso, Vinci, e poi ad un tratto Bandinelli. Devo abbandonare il carboncino Dürer, il dito teso, la sovrapposizione. Vegliardo nudo
Per terra. E studi di mano.
Perché questa posterità ? Non espongo le mie ubbie.

A fatica volto le pagine interiore, per andare a scavare nel mio pozzo, far risalire la sensazione dei tu,

La non rappresentabile plasticità
Di una mano amorosa,
Il linguaggio senza sopratitoli
Che si impara allora

Laure Gauthier
(Traduzione Jean-François Lattarico)

Publié sur le blog de Luigia Sorrentino